Artist-in-Residence
Das Artist-in-Residence Programm
Das Programm
Das Artist-in-Residence-Programm im Operndorf Afrika wurde Ende 2015 als eines der ersten Künstler:innen-Residenz-Programme seiner Art in Westafrika ins Leben gerufen und wird seit 2020 von Akinbode Akinbiyi kuratiert. Es lädt nationale und internationale Künstler:innen ein, das Operndorf als Lebens- und Arbeitsraum zu nutzen. Die dreimonatige Residenz findet jährlich von Oktober bis Dezember statt. Die Künstler:innen wohnen in den von Francis Kéré erbauten Gästehäusern und erhalten ein Stipendium sowie eine Materialkostenpauschale. Auch die Reisekosten nach Burkina Faso und zurück werden übernommen. Ursprünglich als Plattform für künstlerischen Austausch gedacht, knüpft das Programm an Christoph Schlingensiefs bereits 2010 formulierte Idee eines internationalen Künstler:innenaustauschs an. Das Operndorf sollte dabei nicht nur Lebens- und Alltagswirklichkeiten vor Ort verändern, sondern auch als kulturelle Begegnungsstätte für Künstler:innen unterschiedlicher Disziplinen dienen. Kunst wird als Kommunikationsmittel verstanden, das bestehende und häufig exotisierende Vorstellungen vom afrikanischen Kontinent hinterfragen und neue Perspektiven eröffnen kann.
In den vergangenen Jahren hat sich das Programm zu einer innovativen Verbindung aus künstlerischer Praxis, sozialem Austausch und gesellschaftlicher Transformation weiterentwickelt. Dabei steht zunehmend die lokale Gemeinschaft im Mittelpunkt. Durch enge Kooperationen mit lokalen Partnerorganisationen wird jährlich ein umfassendes Workshopangebot entwickelt, in denen sich Menschen aus der Region aktiv beteiligen und gemeinsam gesellschaftspolitische Themen durch künstlerische Auseinandersetzung bearbeiten. Seit 2024 wurden unter anderem neue Formate zu Medienkompetenz und Frauenrechten entwickelt. Die wachsende Beteiligung zeigt, wie tief diese Angebote in der lokalen Gemeinschaft inzwischen verankert sind.
Begleitet wird das Residenzprogramm durch Veranstaltungen in Europa, die interdisziplinäre Perspektiven auf Kunst, globale Gerechtigkeit und einen gleichberechtigten interkulturellen Austausch zusammenbringen. Dabei werden auch Visionen und Potenziale für die weitere Entwicklung des Operndorfs diskutiert. So entsteht zunehmend ein Netzwerk, das über die künstlerische Arbeit hinausgeht und Kunst und Kreativität als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Veränderung versteht.
Gefördert wird das diesjährige Artist-in-Residence-Programm seit 2025 durch

die Idee, Afrika offiziell zu beklauen und dazu den eigenen Körper als Informationsträger mitzunehmen und einzusetzen. Kein goethereisender Kunstschnösel, der den Afros mal zeigt, was deutsche Kultur so alles kann, sondern ein blasses europäisches Blatt, das sich zur weiteren Belichtung nach Afrika begibt.«