
Artist-in-Residence
2023
PART 1 - SALAMATA KOBRE

Salamata Kobre
Salamata Kobres künstlerischer Werdegang beginnt 2005 als Tänzerin bei Wettbewerben in der Gruppe Saint-Etienne. Sie nahm an einem von Valérie Berger geleiteten Workshop für zeitgenössischen Tanz im Centre de Développement Chorégraphique – la Termitière (CDC) teil und belegte Kurse in traditionellem und afro-zeitgenössischem Tanz bei der Choreografin Irène Tassembedo. Aufgrund dieser Erfahrungen wurde sie 2009 von der Compagnie Auguste-Bienvenue zu einer zeitgenössischen Tanzausbildung im Rahmen des Projekts Engagement Féminin eingeladen. In 2010 nahm sie an dem dreijährigen Ausbildungsprogramm Je Danse Donc Je Suis im CDC teil.
Nach der Ausbildung nahm sie an einem kulturellen Austauschprogramm von Cultures France teil, das von den Choreographen Mark Tompkins, Seydou Boro, Salia Sanou und von Eric Wurtz (Lichtgestaltung) geleitet wurde. Es folgten zahlreiche Kooperationen, unter anderem mit den Choreografen Herman Diepuis, Bienvenue Bazié und Anne Marie Porras sowie dem Regisseur Aristide Tarnagda. 2013 beschloss sie, ihr eigenes choreografisches Universum zu entwickeln, das von Handlungsfreiheit und Selbstbestimmung geprägt sein sollte. Sie schuf ihr erstes Stück mit dem Namen Djoussou Kouma, das 2014 beim Festival von Avignon aufgeführt wurde.
Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Solo Moom, mit dem sie einen Dialog über die Würde unserer Entscheidungen beginnen möchte. Das Projekt wird durch die Compagnie Salamata-Kobré (Cie S-K) ermöglicht und während ihrer Residenz im Operndorf Afrika entwickelt.

„Moom“ bedeutet in der Sprache der Bissa „Ich, oder alles ich“. Das Stück beginnt mit einer Introspektion, einer Reise, die die Choreografin und Tänzerin zu sich selbst unternimmt, durch die Schichten von Erfahrungen, die ihre Geschichte als Frau und als Künstlerin ausmachen. Sich von Klischees , Missverständnissen und Ungerechtigkeiten zu befreien, sie ins Licht zu rücken, um einen Schnitt durch die Vergangenheit zu machen. Wie schwer wiegt der Blick des anderen auf unseren Entscheidungen, unserer Bewegungs- und Handlungsfreiheit? Das Stück erzählt und drückt die Gedanken einer Künstlerin aus, die alle geschundenen Menschen dazu bringen will, sich zu Wort zu melden, die Ketten der hartnäckigen Klischees zu sprengen und nicht aufzugeben.
