Fokus Kulturprogramm

Foto: tatjana scheikert
Foto: Marie Köhler
Foto: Marie Köhler
Foto: Marie Köhler
Foto: Marie Köhler
Foto: Marie Köhler
Foto: Marie Köhler

Der künstlerische
Schwerpunkt

Der Stellenwert der Kunst und seine Verankerung im Alltagsleben waren für Christoph Schlingensief wichtiger Mittelpunkt seines künstlerischen Denkens. Für sein letztes Projekt, das Operndorf Afrika, stellte die Kunst neben den Säulen der Bildung und der medizinischen Versorgung sein Hauptanliegen dar.

Seit 2012 findet im Operndorf Afrika ein umfangreiches Kulturprogramm aus Theater- und Tanzvorführungen, Filmabenden und Konzerten statt. Es wird von dem lokalen Programmdirektor Alex Moussa Sawadogo konzipiert und organisiert, in Kooperation sowohl mit burkinischen KünstlerInnen und Kulturinstitutionen als auch mit dem Goethe-Institut. Die Veranstaltungen sind gut besucht und ziehen regelmäßig Kulturschaffende und Interessierte aus der etwa 30 Kilometer entfernten Hauptstadt Ouagadougou an. Neben den Veranstaltungen werden Workshops für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Kunstsparten ausgerichtet.

»Was im Operndorf passiert, ist viel schöner anzusehen, als dieses abgehobene Zeug in der Kunstszene. Und was soll das für eine Kunst sein, die keinen Zugang mehr hat, keinen mehr rein lässt und die auch nicht aus sich herauskommt? Hier geht es darum, eine Kunstplattform zu finanzieren, die als Basis funktionieren soll für Kinder und Jugendliche. Damit wir wieder lernen, wie Kreativität entsteht und sich entwickelt. Das ist die Idee des Operndorfs.«
Christoph Schlingensief

Der Schwerpunkt des
Operndorf-Kulturprogramms

Der erste Schwerpunkt des Kulturprogramms ist die monatliche Ausrichtung von drei bis vier kulturellen Veranstaltungen im Operndorf Afrika für die Bevölkerung der Region. Dazu gehört die Präsentation wichtiger afrikanischer Kinofilme, die Aufführung relevanter, zeitgenössischer Theater- und Tanzgastspiele, Konzerte oder auch Abende mit traditionellen Geschichtenerzählern.

Ein zweiter Fokus der künstlerischen Programmgestaltung ist die Vernetzung mit der lokalen Kunstszene. Durch die Bereitstellung der Infrastruktur des Operndorf Afrika, bestehend aus Künstlerhäusern, einem Tonstudio und Ateliers nimmt sie immer mehr Gestalt an und ermöglicht so die Schaffung eines freien Kreativraums.

Diesem Gedanken folgend, wurde in 2015 ein internationales Artist-in-Residence- Programm im Operndorf Afrika aufgesetzt: Erfahren Sie mehr dazu hier.

Das Kulturprogramm des Operndorf Afrika verfolgt darüber hinaus den Schwerpunkt, die künstlerische Ausrichtung der Grundschule durch ein extraschulisches Angebot in Form von Kunst- und Musikunterricht, einer Theatergruppe, durch eine Filmklasse und wechselnde Workshops mit etablierten KünstlerInnen zu ergänzen. Denn die Operndorf-Schule ist keine normale Grundschule in Burkina Faso, sie verfolgt ein künstlerisches Konzept im Unterricht. Mehr zum Bildungsprogramm der Operndorf-Schule erfahren Sie hier.

Monatlich werden vom künstlerischen Leiter Alex Moussa Sawadogo wechselnde Programmpunkte konzipiert und gemeinsam mit nationalen und internationalen KünstlerInnen für Kinder, Eltern sowie Nachbarn des Operndorf Afrika angeboten.

Der Etat für das Kulturprogramm beziffert sich monatlich auf 1.000 Euro, von denen Workshops, Veranstaltungen und Ausflüge der Kinder und Jugendlichen des Operndorf Afrika zu befreundeten Kulturinstitutionen nach Ouagadougou finanziert werden. Das Kulturprogramm findet analog zum Schulkalender von Oktober bis Ende Juli jeden Jahres statt – im Sommer pausiert das Programm ebenso wie die Schule.

»Was heißt hier Oper? Der Ort, das Dorf, das wir bauen wollen, ist nicht
dazu da, damit hier später Arien gesungen werden oder Symphonieorchester spielen. Meine Vorstellung vom Operndorf ist immer mit der Hoffnung verbunden, dass wir gemeinsam, mit dem Einsatz und dem Geld vieler, diesen Organismus schaffen, der ein Eigenleben entwickelt, durch uns und vor allem durch die Menschen, die dort sind.«
Christoph Schlingensief