Fokus Gesundheit

Foto: omar ouedraogo
Foto: thierry oueda
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Das Gesundheitsprogramm im Operndorf Afrika

Die Krankenstation im Operndorf Afrika besteht aus einer Notaufnahme, einer Entbindungsstation, einer Apotheke sowie einer Zahnarztpraxis und verfügt über angeschlossene Wohnhäuser für das Personal. Die Einrichtung wurde 2014 eröffnet und bietet rund um die Uhr Zugang zu medizinischer Versorgung für die Region.

Die Ausgangssituation

Die allgemeine gesundheitliche Versorgung in Burkina Faso, insbesondere in ländlichen Gegenden, liegt unterhalb der vorgeschriebenen Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO. Im Vorfeld zum Bau dieser Krankenstation wurde gemeinsam mit der Privatuniversität Witten/Herdecke aus Nordrhein-Westfalen eine Feldstudie im Operndorf durchgeführt.

Diese bescheinigte einen besorgniserregenden allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung, und dies häufig schon im Kindesalter. Bei der Zielgruppe zeigten sich besonders häufig Wurmerkrankungen und eine erhöhte Zahl von Krankheiten, ausgelöst durch Parasiten. Kinder sind von diesen Parasiten proportional häufiger betroffen als Erwachsene. Bei der Mehrheit der Kinder wurde eine Unter- und Mangelernährung festgestellt. Zudem zeigte sich ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Parodontose-Erkrankungen, die auch Auslöser von Systemerkrankungen sein können. Gerade im Bezug auf Parodontose ist die zahnmedizinische Behandlung der Erkrankungen wichtig und langfristige Aufklärungsarbeit in Dentalhygiene unerlässlich. Die Feldstudie zeigte, dass es bei der Bevölkerung grundsätzlich an der Erkennung von Krankheiten und deren Verhütung mangelt.

»Was für eine Oper, wenn in der Krankenstation, die wir bauen wollen,
ein neugeborenes Kind schreit.«
Christoph Schlingensief

Das Konzept der
Operndorf-Krankenstation

Das Ärzte Team aus Witten beriet die Festspielhaus Afrika gemeinnützige GmbH bei der Konzipierung der Gesundheitseinrichtung. So konnte eine Gesundheitseinrichtung nach den internationalen Standards der WHO konzipiert werden, die optimal auf die lokalen Bedürfnisse angepasst ist. Außerdem reagierte man auf den Mangel an Behandlungsmöglichkeiten für zahnmedizinische Leiden in der Region mit einer entsprechenden Spezialisierung der Krankenstation. Zusätzlich zum Standardangebot der Ambulanz und der Entbindungsstation wurde ein Cabinet Dentaire eingerichtet und ein Zahnarzt eingestellt. Die Station verfügt über einen mobilen Behandlungskoffer und ein Moto Ambulance (Krankentransportfahrzeug), die es ermöglichen, Patienten in ihren Dörfern zu behandeln.

Der Architekturentwurf von Francs Kéré hat eine Krankenstation erschaffen, die neben der räumlichen Trennung von Krankheit und Geburt auch die soziale Nähe der Menschen in den Fokus stellt. Ein spezielles Konzept verbindender, begrünter Innenhöfe schafft Räume des Zusammenseins und unterstützt die Belüftung der Anlage. Lesen Sie mehr zum Architekturkonzept hier.

Eines der Hauptanliegen der Einrichtung ist es, präventiv zu arbeiten und Schulungen in Dentalhygiene anzubieten, gleichzeitig aber auch Informationsveranstaltungen zur Familienplanung, Geburtsvorbereitung, Erkennung von Krankheiten, Ernährung und zu relevanten Impfungen. Gesundheitliche Aufklärung findet auch in der Operndorf-Schule statt, eingebettet in den Schulalltag in Form von Händewaschen vor und dem gemeinsamen Zähneputzen nach dem Mittagessen.

Die Krankenstation bietet seit Mitte 2014 in der ländlichen Region um das Operndorf Afrika eine Erstanlaufstelle. Sie entlastet das vier Kilometer entfernte Kreiskrankenhaus und unterstützt es in Form gemeinsam konzipierter Vorsorgeprogramme. Vor allem Frauen der Region, die bisher zu Hause entbinden mussten, erhalten nun Geburtsunterstützung sowie medizinische Erstversorgung ihrer Kinder.

Nachhaltiger Ansatz

Mit der Eröffnung der Krankenstation am 7. Juni 2014 wurde die Einrichtung in die Trägerschaft der burkinischen Gesundheitsbehörde übergeben. Anders als in vielen anderen Hilfsprojekten wird diese Krankenstation im Rahmen des nachhaltigen und ganzheitlichen Ansatzes des Projektes von burkinischen ÄrztInnen betreut und durch die burkinische Regierung finanziert. Maßnahmen der gesundheitlichen Aufklärung, die über das Budget der Regierung hinausgehen, werden durch Spenden finanziert.