Wissenstransfer über Kontinente hinweg: Burkinische Ärztin nimmt an Tropenmedizin-Kurs in Berlin teil

Dank der Unterstützung des GIZ-Förderprogramms „Klinikpartnerschaften“ konnten wir unsere Kooperation mit dem Institut für Tropenmedizin der Charité (ITMIG) fortsetzen und der burkinischen Ärztin Marie Zemba die Teilnahme am renommierten Kurs „The Clinical Management of Tropical Diseases (CMTD)” in Berlin ermöglichen. Der zweiwöchige Intensivkurs bietet praxisnahe Weiterbildung zur Diagnose und Behandlung schwerer Infektionskrankheiten in ressourcenarmen Regionen und stärkt den fachlichen Austausch zwischen medizinischen Fachkräften aus unterschiedlichen Ländern.

Der CMTD-Kurs legt den Schwerpunkt auf angewandte klinische Entscheidungsfindung. Im Mittelpunkt stehen klinische Syndrome wie Fieber, Hautveränderungen, neurologische Symptome oder Organvergrößerungen, wie sie im medizinischen Alltag häufig auftreten. Ziel ist es, realistische Behandlungsstrategien zu vermitteln, die an unterschiedliche lokale Gegebenheiten und begrenzte Ressourcen angepasst sind. Interaktive Lehrformate, Fallstudien, Gruppenarbeiten sowie praktische Übungen, unter anderem zum Management von Ebola-Ausbrüchen und zum Einsatz von Ultraschall in der Differentialdiagnostik, fördern einen hohen Praxisbezug.

Die im Kurs vermittelten Inhalte knüpfen unmittelbar an die Gesundheitsarbeit unserer CSPS in Burkina Faso an. Dort haben Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen nicht nur das Fachwissen, sondern auch das Selbstvertrauen der Gesundheitskräfte in ihrer täglichen Arbeit nachhaltig gestärkt. Ein zentraler Bestandteil dieser Arbeit ist die präventive Gesundheitsaufklärung. Regelmäßig finden Schulungen und Informationsveranstaltungen zu Familienplanung, Geburtsvorbereitung, Krankheitsfrüherkennung, Ernährung und Impfungen statt. Diese Aufklärungsarbeit setzt sich auch in der Operndorf-Schule fort, wo gesunde Routinen wie Händewaschen und gemeinsames Zähneputzen nach dem Mittagessen fest in den Schulalltag integriert sind. Die CSPS im Operndorf dient seit Mitte 2014 als erste medizinische Anlaufstelle für die ländliche Umgebung, entlastet das Kreiskrankenhaus und unterstützt es durch gemeinsam entwickelte Vorsorgeprogramme. Frauen, die früher zu Hause entbinden mussten, erhalten heute medizinische Unterstützung bei der Geburt sowie eine qualifizierte Erstversorgung ihrer Neugeborenen.

Seit 2019 wurde diese Arbeit durch das EFFO-Projekt am Robert Koch-Institut ergänzt, das die Weiterbildung des medizinischen Personals und die Aufklärung über hochinfektiöse Krankheiten wie Ebola und Coronaviren unterstützt. Die Teilnahme der burkinischen Ärztin am CMTD-Kurs in Berlin ist Teil unseres langfristigen Engagements für nachhaltigen Wissenstransfer. Diese Erfolge bestärken uns darin, die Gesundheitsinfrastruktur in der Region weiter auszubauen und das Operndorf Afrika dauerhaft als Ort der Bildung, Prävention und Gesundheit zu stärken.