UNSERE ARTIST IN RESIDENCE KÜNSTLER:INNEN 2026: SAMUEL BAAH KORTEY
Wir freuen uns, Euch einen weiteren Künstler vorzustellen, der im Rahmen des diesjährigen Artist-in-Residence-Programms im Operndorf Afrika zu Gast ist: SAMUEL BAAH KORTEY. Der Künstler und Kulturpraktiker stammt aus Kumasi, Ghana, und arbeitet mit Malerei, Bildhauerei und installativen Ansätzen. In seiner künstlerischen Praxis beschäftigt er sich insbesondere mit postkolonialen Geschichten, kulturellen Identitäten und den Auswirkungen kolonialer Erfahrungen auf afrikanische Gesellschaften. Dabei greift er auch kollektive Traumata auf und nutzt sie als Ausgangspunkt, um neue Perspektiven und Gespräche anzustoßen. Seine Arbeiten können konfrontierend und irritierend sein, wollen aber vor allem zum Nachdenken anregen und Raum für Reflexion und Heilung schaffen.
Samuel studierte Bildende Kunst mit Schwerpunkt Malerei an der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Kumasi, wo er 2022 auch seinen Masterabschluss in Malerei und Bildhauerei erwarb. 2023 war er Stipendiat der Villa Romana in Florenz und studierte außerdem an der Städelschule in Frankfurt am Main in der Klasse von Willem de Rooij. Seine Arbeiten wurden unter anderem auf der documenta fifteen in Kassel, der Stellenbosch Triennale in Südafrika und beim KREMA Festival in der Schweiz gezeigt.
WAS VERBINDET UNS UND WAS KÖNNEN WIR VONEINANDER LERNEN?
Für Samuel ist der Aufenthalt im Operndorf vor allem eine Gelegenheit, neue Verbindungen zu schaffen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie koloniale Geschichte bis heute die Beziehungen zwischen afrikanischen Ländern prägt. Obwohl Ghana und Burkina Faso geografisch direkte Nachbarn sind, erschweren unter anderem die unterschiedlichen kolonial geprägten Sprach- und Kulturräume den Austausch. Samuel interessiert besonders, wie diese Grenzen überwunden werden können und was Menschen und Gesellschaften über sie hinweg miteinander verbindet.
Seine Residency versteht er deshalb auch als Einladung, den Blick auf das zu richten, was verbindet, statt immer wieder die Unterschiede in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei möchte er seine Erfahrungen aus Ghana mitbringen, den Menschen vor Ort begegnen und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln. Der kulturelle Austausch ist für ihn keine Einbahnstraße: Nach vielen Ausstellungen und Projekten in Europa ist es ihm ein besonderes Anliegen, seine künstlerische Arbeit auch stärker auf dem afrikanischen Kontinent zu verankern und etwas an die Gemeinschaften zurückzugeben, die ihn prägen und inspirieren. Samuel kommt mit vielen Fragen und der Lust, Gespräche anzustoßen. Er möchte vertraute Vorstellungen hinterfragen, neue Formen des Miteinanders erproben und herausfinden, welche Geschichten und Erfahrungen Menschen über Ländergrenzen hinweg teilen. Wir freuen uns wirklich sehr, Samuel im Operndorf willkommen zu heißen und sind gespannt auf die Begegnungen, Gedanken und künstlerischen Impulse, die aus seinem Aufenthalt entstehen werden.
MEHR INFOS ZUM PROGRAMM: WWW.OPERNDORF-AFRIKA.COM/ARTIST
Das Artist-in-Residence-Programm 2026–2027 wird gefördert durch
