UNSERE ARTIST IN RESIDENCE KÜNSTLER:INNEN 2026: CONSTANZE FLAMME

Last but not least, freuen wir uns Euch die dritte Künstlerin vorzustellen, die im Rahmen des diesjährigen Artist-in-Residence-Programms in 2026 im Operndorf Afrika zu Gast ist: CONSTANZE FLAMME. Die Fotografin und bildende Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin. In ihrer künstlerischen Praxis bewegt sie sich an der Schnittstelle von konzeptioneller Dokumentarfotografie und gesellschaftlich engagierter Kunst. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit soziokulturellen Fragestellungen und den Auswirkungen menschlichen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft. Dabei verbindet sie dokumentarische Beobachtungen mit metaphorischen Bildwelten und richtet ihren Blick insbesondere auf ökologische Krisen, Klimawandel und die Folgen wirtschaftlicher Ausbeutung.

In ihrem Langzeitprojekt Troubled Water Trilogy dokumentierte Constanze die langfristigen Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2011. Mit der anschließenden Arbeit Hurt River, Toxic River widmete sie sich der sogenannten Cancer Alley in Louisiana, einer Region, in der industrielle Umweltverschmutzung die Gesundheit der Menschen und das Ökosystem bedroht. Dabei untersucht sie, wie eng Umweltzerstörung, wirtschaftliche Ausbeutung und soziale Ungerechtigkeit miteinander verbunden sind. In ihrer jüngsten Arbeit Where the Map Dissolves richtet sie den Blick auf das nordfriesische Wattenmeer und die Menschen, die auf den Inseln leben. Ihre Fotografien erzählen von einer scheinbaren Ruhe vor dem Sturm und setzen sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und dem steigenden Meeresspiegel auseinander.

Constanzes Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem bei der Ci.Clo Porto Bienal, der Phototriennale Hamburg und dem Fotofestiwal Łódź. Neben ihrer künstlerischen Arbeit entwickelt sie Workshops und Vermittlungsformate, in denen sie Fotografie als Möglichkeit nutzt, die eigene Umgebung bewusst wahrzunehmen und neue Perspektiven auf gesellschaftliche Themen zu eröffnen.

WAS VERBINDET UNS UND WAS KÖNNEN WIR VONEINANDER LERNEN?

Constanze kommt mit großer Neugier ins Operndorf. Sie möchte sich auf den Ort, die Menschen und die Natur einlassen und herausfinden, welche Geschichten und Impulse sich daraus für ihre künstlerische Arbeit entwickeln. Dabei möchte sie zunächst bewusst auf ein festes Konzept verzichten und stattdessen zuhören, beobachten und den Begegnungen vor Ort Raum geben. Schreiben und Filmen könnten während ihres Aufenthalts stärker in den Mittelpunkt rücken und neue Ausdrucksformen für ihre Arbeit eröffnen.

Besonders freut sie sich auf den Austausch mit der Compagnie Auguste-Bienvenue. Gemeinsam könnte ein Projekt entstehen, das Porträts von Tänzerinnen und Frauen mit visuellen Elementen verbindet, die wiederum mit Tanz und Bewegung in einen Dialog treten. Constanze interessiert sich dafür, wie Fotografie und Film mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen zusammenwirken und neue Perspektiven auf Menschen und ihre Geschichten eröffnen können.

Auch der Austausch mit den anderen Künstler:innen und dem Team des Operndorfs ist ihr wichtig. Sie möchte mehr über die regionale Musik, Literatur und Rituale erfahren und sich von den unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen inspirieren lassen. Ein wiederkehrendes Thema in ihrer Arbeit ist das Wasser. Deshalb ist sie besonders gespannt darauf, welche Bedeutung dieses Thema in einer Region bekommt, die selbst mit den Herausforderungen des Klimawandels und zunehmendem Wasserdruck konfrontiert ist. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten zunehmend von verhärteten Positionen und ausgrenzenden Narrativen geprägt sind, versteht Constanze den interkulturellen Austausch als besonders wichtig. Kunst kann für sie dazu beitragen, vertraute Denkmuster zu hinterfragen, neue Perspektiven sichtbar zu machen und Räume für Begegnung zu schaffen. Die Residency im Operndorf möchte sie deshalb als eine Zeit des aktiven Zuhörens, der Reflexion und des gemeinsamen Entdeckens nutzen. Wir freuen uns sehr, Constanze im Operndorf willkommen zu heißen und sind gespannt, welche Begegnungen und künstlerischen Impulse aus ihrem Aufenthalt entstehen werden.

MEHR INFOS ZUM PROGRAMM: WWW.OPERNDORF-AFRIKA.COM/ARTIST

Das Artist-in-Residence-Programm 2026–2027 wird gefördert durch