Internationaler Frauentag im Operndorf Afrika

Der Internationale Frauentag am 8. März wird in Burkina Faso künftig neu gedacht: Statt festlicher Zeremonien und symbolischer Feiern stehen konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Frauen im Mittelpunkt. Der Tag soll verstärkt Raum bieten für Austausch, Mobilisierung und praktische Initiativen, die Frauenrechte fördern und die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen nachhaltig stärken. Dieser Ansatz entspricht auch unserer Arbeit im Operndorf Afrika. Seit vielen Jahren setzen wir uns dafür ein, Frauen und Mädchen zu stärken und ihnen Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen. Bildung, Gesundheitsversorgung, Vorbilder und kulturelle Teilhabe bilden dabei die Grundlage unserer Arbeit.

          © Orson Sieverding

Bildung als Schlüssel zur Selbstbestimmung

Während im Landesdurchschnitt nur etwa 20 Prozent der Mädchen eine Schule besuchen, setzen wir bewusst auf Chancengleichheit: Mindestens die Hälfte der bei uns eingeschulten Kinder sind Mädchen. Denn Bildung ist der Schlüssel zu Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. Doch Bildung allein reicht nicht aus. In vielen Familien ist noch immer die Vorstellung verbreitet, dass Frauen nicht dieselben gesellschaftlichen Rollen einnehmen können wie Männer. Deshalb setzen wir gezielt auf weibliche Vorbilder: Ob durch die Lehrerinnen in unserer Schule, unsere Chef de Cuisine Denisé oder unsere Residenzkünstlerinnen – starke Frauen zeigen Mädchen und ihren Familien, was alles möglich ist. Ohne all diese Frauen wäre das Operndorf nicht das, was es heute ist: ein Ort, an dem Frauen ihre Zukunft aktiv gestalten können.

© Laura Bayala

 

Kunst und Kultur als Räume der Teilhabe

Auch Kunst und Kultur spielen in unserer Arbeit eine wichtige Rolle bei der Stärkung von Frauen. Im Rahmen unseres Artist-in-Residence-Programms entstanden im vergangenen Jahr verschiedene Projekte, die Frauen Räume für Austausch und kreativen Ausdruck eröffnet haben. Reading Sessions und Gesprächsrunden bieten Frauen geschützte Möglichkeiten, persönliche Erfahrungen zu teilen, gesellschaftliche Themen zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Auch unsere Bibliothek verfügt inzwischen über eine eigene Auswahl feministischer Literatur afrikanischer Schriftstellerinnen. Darüber hinaus verstehen wir auch unser außerschulisches Angebot als Sensibilisierungsmaßnahme: Themen wie Gleichberechtigung werden dabei beispielsweise in Theaterstücken der Kinder künstlerisch aufgegriffen und gemeinsam reflektiert.

 

© Laura Bayala

Unsere Arbeit zeigt: Die Stärkung von Frauenrechten braucht einen ganzheitlichen Ansatz. Wenn Frauen Zugang zu Bildung erhalten, ihre Rechte kennen und ihre Fähigkeiten entfalten können, profitieren ganze Gemeinschaften davon. Frauen gestalten nicht nur ihre eigene Zukunft – sie prägen auch die Zukunft ihrer Familien und ihres Landes. Wir werden diesen Weg weitergehen: für mehr Gleichberechtigung, mehr Teilhabe und eine Zukunft, in der Mädchen und Frauen selbstverständlich ihren Platz einnehmen.

(Beitragsbild: Orson Sieverding)